Selbermachen statt verzweifeln

Selbermachen fühlt sich oft komplizierter an, als es sein müsste. Genau deshalb findest du hier DIY-Anleitungen, die nicht belehren, sondern helfen. Ohne Fachchinesisch, ohne Perfektionsdruck – dafür mit ehrlichen Tipps aus der Praxis und Lösungen, die auch dann funktionieren, wenn man kein Profi ist.

Auf dieser Übersichtsseite sammelst du praktische Anleitungen rund ums Selbermachen in Haus und Garten: vom Entfernen hartnäckiger Klebereste über das Abmontieren eines Heizkörpers bis hin zu Insektenschutz, Bodenbelägen, Tapezieren und der Auswahl sinnvoller Werkzeuge. Alle Beiträge sind schrittweise erklärt, realistisch umsetzbar und darauf ausgelegt, typische Fehler von Anfang an zu vermeiden.

Egal ob Renovierung, Reparatur oder kleine Verbesserungen im Alltag – hier geht es um machbare DIY-Projekte, mit denen du Geld sparst, unabhängiger wirst und am Ende sagen kannst: Hab ich selbst gemacht.

Tapezieren leicht gemacht – gründlich vorabeiten, zeitsparend arbeiten, richtig mogeln

Tapezieren scheitert selten an der Tapete – sondern fast immer an der Vorbereitung. Ich habe im Laufe der Jahre viele Wände tapeziert und stand mir dabei gerade am Anfang oft selbst im Weg. Und genau deshalb zeige ich dir hier, wie du dir diese Umwege sparst.

Erster wichtiger Tipp vorweg: Wenn du die Wahl hast, nimm Vliestapeten. Sie lassen sich deutlich einfacher tapezieren und verzeihen kleine Unebenheiten auf der Wand eher als Papiertapeten. Ich hatte leider Papiertapeten erwischt – war am Ende aber dann trotzdem sehr glücklich mit dem Ergebnis.

Verschiedene helle moderne Vliestapeten mit Mustern.
Im Baumarkt fand ich meine Traum-Tapeten nicht. Meine Wunschfarbe war gerade out, und daher wagte ich es online und wurde bei den Tapeten bei Amazon* fündig.

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Erste Schritte für deine Sicherheit und leichteres Arbeiten

Zuerst müssen die Steckdosen-Abdeckungen, Lichtschalter etc. runter. Wichtig: Vorher Sicherung raus und auch draußen lassen, bis du fertig bist mit dem Tapezieren.

Brauchst du Licht, hol dir den Strom mit einer Kabeltrommel aus einem anderen Raum und verwende eine Bauleuchte oder einen Deckenstrahler.

Die Schalter-Abdeckungen lassen sich übrigens in der Spülmaschine gut reinigen – oder in einem Eimer Wasser mit Waschmittel.

Runter mit der alten Tapete – das Drucksprühgerät ist dein Held!

Bevor du neue Tapete verklebst, solltest du wirklich besonders gründlich sein beim Abreißen der alten Tapeten. Wenn du hartnäckige alte Tapetenreste auf der Wand hast und/oder gleich mehrere Schichten, dann kannst du sie entweder Stunde um Stunde und Fitzelchen für Fitzelchen abknibbeln, bis dir die Fingernägel bröseln und die Fingerkuppen bluten. Oder:

Du verwendest ein Drucksprühgerät*. Bei unserer Schlafzimmerwand war das Teil der Wendepunkt. Nicht teuer, einfach in der Handhabung und einfach mit Wasser und etwas Spüli gefüllt. Nach einer kurzen Wartezeit kannst du die alte Tapete viel einfacher ablösen. Wirklich viel einfacher!

Die weitere Vorbereitung entscheidet alles

Hast du die alte Tapete eliminiert, geht es ans Detail. Auch wenn du am liebsten sofort loslegen möchtest: Nimm dir die Zeit, gründlich vorzubereiten.

Ich empfehle dir, wirklich sehr gründlich die Wände zu prüfen. Alte Bohrlöcher kann man mit Gips verschließen – und dabei bitte ordentlich glatt streichen. Alle Unebenheiten, ganz besonders kleine Papierknüdel von der alten Tapete, müssen runter. Besonders unter Papiertapete hat die Wand nämlich sonst später je nach Lichteinfall unschöne Pickel.

Wer Rigipswände hat wie wir, sollte diese unbedingt vor dem Tapezieren grundieren. Das hilft nicht nur dabei, die neue Tapete leichter in Position zu schieben, sondern auch in zehn, zwanzig Jahren, diese wieder von der Wand zu bekommen.

Los geht’s: Der Tapezier-Marathon beginnt

Tipp 1: Alles parat haben, bevor man loslegt

Lege alles bereit, was du während des Tapezierens brauchst. Denn nichts bremst diesen Marathon mehr aus, als ständig Werkzeug zu suchen oder mit kleisterigen Fingern durch die Wohnung zu laufen. Lege Ablageorte für deine Werkzeuge fest, nachdem du sie benutzt hast.

Tipp 2: Den Anfang finden

Für mich hat es sich bewährt, nicht einfach irgendwo anzufangen, sondern bewusst zu planen. Bevor es mit dem Zuschneiden der ersten Bahnen losgeht, schaue ich mir den Raum genau an. Ich überlege, an welcher Stelle ich beginne und in welchen Ecken die Tapeten aus welcher Richtung überlappen dürfen – natürlich nur so wenig wie möglich. Klebt man zu breite Stücke über eine innere Ecke, können Spannungen entstehen: Die Tapete löst sich von der Wand oder reißt im schlimmsten Fall.

Tipp 3: Richtung festlegen und vorschneiden

Ich beginne immer am Fenster und tapeziere von dort aus weg. Bevor ich die erste Bahn an die Wand bringe, schneide ich mir zunächst alle „langen Bahnen“ zurecht – also die, die über die ganze Wand von oben nach unten reichen. Dafür lege ich mir eine Musterbahn in der richtigen Länge an, überprüfe direkt an der Wand, ob wirklich alles passt, und schneide anschließend alle weiteren Bahnen anhand dieses Musters zu. Das geht deutlich schneller, als jede Bahn einzeln auszumessen – sie sind ja alle gleich lang.

Die fertig geschnittenen Bahnen lege ich mir eingerollt nebeneinander auf den Boden. So habe ich einen besseren Überblick, merke mir grob ihre späteren Positionen und sehe frühzeitig, an welchen Zimmerecken es kniffliger werden könnte.

Tipp 4: Schwierige Stellen zum Schluss

Erst, wenn ich die langen Bahnen vorbereitet habe, schneide ich die kürzeren und schmaleren Streifen für die Fensterlaibungen zu. Hier kann man oft mit Reststücken arbeiten. Manchmal wird es dort ohnehin etwas abenteuerlich – etwa an Fensterbänken vorbei, um die herum man erst beim Kleben exakt schneiden kann. Das ist völlig normal und gehört dazu.

Gut gemogelt ist die halbe Miete

Beim Tapezieren muss man an der einen oder anderen Stelle kreativ werden. Oft bleibt nicht viel Zeit, um eine saubere Lösung zu finden – schließlich ist die Tapete bereits eingekleistert. Meine persönliche Achillesferse sind die Steckdosen-Ausschnitte. Wider besseren Wissens schaffe ich es immer wieder, an mindestens zwei Stellen zu viel Tapete wegzuschneiden.

Was tun?
Man nimmt ein kleines Reststück Tapete und – ganz wichtig – reißt es in etwa in die benötigte Form und Größe. Die weichen Risskanten verschwinden optisch fast vollständig, während ein sauber geschnittenes Flickstück später deutlich stärker auffällt.

Mein Fazit

Der Leitsatz „Guckt sich weg“ tröstet über so manchen Tapezierfehler hinweg – und er bewahrheitet sich in den meisten Fällen. Ist der Raum erst einmal fertig eingerichtet und bewohnt, sieht man die meisten kleinen Unperfektheiten nie wieder.

Ich bin mit meinen Tapeten von den Farben her super glücklich. Absolut perfekt wäre es gewesen, wenn es keine Papier- sondern Vliestapeten gewesen wären. Die richtigen Farben waren mir am Ende jedoch viel wichtiger als das Material, auch wenn eine Vliestapete gnädiger ist mit Unebenheiten auf der Wand.

leerer Raum mit gelber Tapete, frisch tapeziert

Es sollte unbedingt ein kräftiges Gelb werden für mein Schlafzimmer. Ich war in allen Baumärkten und Tapetenfachgeschäften im Umkreis, aber Gelb war leider gerade nicht im Trend.

Bei einem Marketplace-Händler bei Amazon fand ich schließlich meine Traum-Tapete - zwar leider "nur" als Papiertapete, aber die Farbe war mir wichtiger. Tapeten bei Amazon*

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